In der Innenstadt von Toulouse, im Süden Frankreichs, befindet sich am Boulevard d´Embouchure eine moderne Residenz mit 1.400 Apartments, Schulen und Geschäften. Vor einigen Jahren befand sich hier, nur wenige Schritte vom malerischen Canal du Midi entfernt, noch eine ungenutzte Industriebrache. Wie auch in anderen Städten haben Altlasten und die damit verbundenen Untergrundverunreinigungen die Stadtentwicklung blockiert.

 

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Erst die neuen Besitzer, eine französische Bauträgergesellschaft, haben sich der Herausforderung der Sanierung und Revitalisierung des Grundstücks gestellt. Fachlich und planerisch, wurde das gesamte Sanierungsprojekt durch Herrn Marcus Schulte, Gründer und Mitinhaber des Ingenieurbüros UCM, begleitet. „Wir haben über 3 Jahre lang untersucht, analysiert, geplant und Genehmigungen beantragt. Dann wurden innerhalb eines Jahres rund 100.000 Kubikmeter belasteter und unbelasteter Boden bewegt“. Die besondere Herausforderung bestand in der geplanten sensiblen Nachnutzung des Geländes. Häufig sind industrielle Brachflächen nach der Sanierung nur eingeschränkt nutzbar. So werden die Flächen häufig vollständig versiegelt und dürfen anschließend ausschließlich gewerblich oder industriell genutzt werden. Wenn jedoch Freiflächen entstehen sollen, auf denen auch Kinder ungefährdet spielen können, gelten besonders strenge Anforderungen. Im ersten Schritt der Sanierung wurden Reste der Bauruine, wie Industrieschornsteine, unterirdische Fundamente und Keller, abgerissen und fachgerecht entsorgt. Anschließend wurde das Erdreich ausgehoben und nach Art und Grad der zuvor analysierten Schadstoffbelastung, u.a. mit Schwermetallen und PAK´s, getrennt zwischengelagert. Nicht belasteter Bodenaushub bzw. schwach belasteter Boden wurden flächenextern verbracht bzw. wiederverwertet. Das stärker belastete Material wurde aus ökonomischen und ökologischen Gründen, innerhalb der zukünftigen Bebauungsfläche vollständig eingekapselt. „Um die Sicherheit zu gewährleisten wurde ein sehr hoher Aufwand betrieben,“ erläutert Marcus Schulte. Der belastete Boden befindet sich, durch mineralische Dichtwände abgesichert, unterhalb der Fundamentbodenplatte eines Gebäudekomplexes. Außerhalb dieses Bereiches wurde der belastete Boden vollständig abgetragen und gegebenenfalls durch unbelasteten Boden ersetzt. Und um den Sanierungserfolg auch langfristig zu überwachen, werden weiterhin regelmäßig Grundwasseranalysen durchgeführt. Diese Untersuchungsergebnisse werden den französischen Umweltbehörden vorgelegt. Insbesondere vor dem Hintergrund eines wachsenden Flächenverbrauchs in Städten und ihrem Umland wird Flächenrecycling als Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung mehr und mehr aktuell. Unverbaute Flächen werden im städtischen Bereich immer knapper. Die Revitalisierung von industriellen Brachflächen ist deshalb ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Hier bringen die Ingenieure von UCM ihre langjährigen Erfahrungen ein.

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